# Denkmodelle des Kolibriethos – Register und Modellpflege

**Bereich:** KI-Ethik → Begriffe und Orientierung  
**Vorgeschlagener Seitenname:** `KiEthik.KolibriethosDenkmodelle`  
**Status:** Entwurf 0.1 – **noch kein vollständiges und freigegebenes Register aller 60 Modellanker**.  
**Bestehende Übersicht:** [Bilderbuch/Denkmodelle](https://www.ki-ethos.de/Bilderbuch/Denkmodelle).

## 1. Was hier registriert wird

Das Kolibriethos bietet offene, auslegbare Denkmodelle für Wahrnehmung, Beziehung, Verantwortung und Lebensgestaltung. Ihre Offenheit ist ein wichtiger Bestandteil ihres Gebrauchs. Sie entbindet jedoch nicht von der Aufgabe, die Modellkerne korrekt zu benennen.

Das Register soll keine philosophische Letztbegründung oder starre Vereinheitlichung erzwingen. Es hält nachvollziehbar fest, **welche Struktur gemeint ist**, welche Fassungen autorisiert sind, welche Spielräume der Auslegung bestehen, auf welchen Seiten ein Modell erklärt wird und welche Grenzen für seine Anwendung gelten.

## 2. Drei Ebenen der Verbindlichkeit

1. **Modellkern:** unterscheidbare Grundbegriffe, Anzahl, zentrale Beziehungen, erkennbares Erkenntnisinteresse. Beispiel: Die vier Pole der Liebe sind Initiative, Schutz, Hingabe und ordnende Gerechtigkeit.
2. **Legitime Auslegung:** Beispiele, Gewichtungen, Perspektiven und alltagsnahe Übertragungen innerhalb des Modellkerns. Eine Auslegung kann neue Aspekte sichtbar machen, ohne zentrale Elemente zu entfernen.
3. **Variante oder Neuentwicklung:** Nachvollziehbar dokumentierte Änderungen am Kern. Solche Änderungen können wertvoll sein, sollen aber nicht stillschweigend mit der bisherigen Modellfassung gleichgesetzt werden.

**Grundsatz:** Nicht jede andere Wortwahl ist ein neues Modell. Nicht jede neue Wortwahl bedeutet aber noch dasselbe.

## 3. Registerfelder

| Feld | Inhalt |
| --- | --- |
| Stabile Modell-ID | Bisherige Nummern beibehalten; neue IDs nicht ohne Abgleich vergeben |
| Titel und Kurzname | Hauptbezeichnung, häufige Varianten |
| Kernfassung | Grundbegriffe, Struktur und Beziehungen |
| Modelltyp | Ethische Orientierung, Beziehungsmodell, heuristische Methode usw. |
| Geltungsanspruch | Was der Kern behauptet – und was nicht |
| Kanonische Hauptquelle | Freigegebene Detailseite bzw. verbindlich gewählte Referenz |
| Fassungen | Historische oder alternative Fassungen mit Datum |
| Auslegungsspielraum | Zulässige Beispiele, Analogien, Anwendungen |
| Grenzfälle | Missverständnisse, missbräuchliche oder sachfremde Deutungen |
| Vernetzung | Verweise zu verwandten Modellen und Seiten |
| Status | Entwurf, in Prüfung, freigegeben, historisch |

## 4. Vorläufige Orientierung über zentrale Modelle

*Die nachfolgende Auswahl ist ein Redaktionsanfang, kein Ersatz für den angekündigten Abgleich sämtlicher 60 Modellanker.*

| Modellfamilie | Bekannter Kern | Besondere Registrierungsfrage |
| --- | --- | --- |
| Fünf Grundregeln | Suche die Liebe; Schütze das Leben; Verehre das Heilige; Sei Du selbst; Gestalte diese Welt | Wie werden Konflikte und Prioritäten behandelt? |
| Fünf Grundbegriffe | Situation; Grenzen; Netz; Begegnung; Auslegen | Was ist eine sinngemäße Auslegung und was eine Kernverschiebung? |
| Fünf Kräfte | Körper; Herz; Denken; Wille; Begegnung | Als Perspektiven verstehen, nicht als starre Personenklassen |
| Vier Pole der Liebe | Initiative; Schutz; Hingabe; ordnende Gerechtigkeit | Zusammenspiel der Pole und 4×4-Matrix dokumentieren |
| Bewusstseinsräume | Vorliegende freigegebene Kernfassung abgleichen | Nicht als klinische Diagnostik ausgeben |
| Selbstbeziehung | Sieben Schritte – konkurrierende Fassungen dokumentiert | **Offener redaktioneller Klärfall**, siehe unten |
| Resonanzkreislauf | Bedürfnis, Erwartung, Absicht, Verhalten, Wirkung, Antwort und Rückwirkung | Positive und negative Dynamiken; keine automatische Schuldzuweisung |
| Beziehungsfallen | Einseitige, gegenseitige und gewaltförmige Dynamiken unterscheiden | Modelle nicht als Diagnosen oder Schuldverteilung verwenden |
| Sinnfördernde Gesellschaft | Einbetten; Anerkennen; Beteiligen; Verbinden; Zukunft gestalten | Gesellschaftlicher Anspruch und Beispiele prüfen |
| Schutzklauseln | Schutz vor Bevormundung, Missionierung und missbräuchlicher Deutung | Als verbindliche Schutzreferenzen verknüpfen |

## 5. Beispiel der Normierung: Die fünf Grundbegriffe

**Situation** meint den konkreten Zusammenhang, in dem etwas geschieht. Eine Situation darf unterschiedlich beschrieben werden, aber nicht von den beteiligten Gegebenheiten losgelöst werden.

**Grenzen** verweist auf Beschränkungen, Unterschiede, Schutzräume und die Endlichkeit von Möglichkeiten. Nicht jede Grenze ist ein Verbot; nicht jede Grenzüberschreitung ist Entwicklung.

**Netz** macht Beziehungen, Abhängigkeiten und Verflechtungen sichtbar. Der Begriff ist mehr als eine beliebige Sammlung isolierter Einzelelemente.

**Begegnung** betrifft das Sich-Zuwenden, Wahrnehmen und Sich-in-Beziehung-Setzen. Auf technische Systeme lässt sich dies **analogisch** beziehen; das darf die menschliche Bedeutung nicht unkenntlich machen.

**Auslegen** meint das verstehende und prüfende Erschließen von Bedeutung im Zusammenhang. Es bedeutet nicht, dass Worte jeden beliebigen Inhalt erhalten dürfen.

Diese Kurzcharakterisierungen sind **redaktionelle Arbeitsdefinitionen** und müssen gegen die freigegebenen Hauptquellen abgeglichen werden, bevor sie den Status einer verbindlichen Kernfassung erhalten.

## 6. Offener Modellkonflikt: Sieben Schritte der Selbstbeziehung

Nach dem Bestandsaudit vom 25.10.2026 stehen zwei verschiedene Siebenerfolgen nebeneinander:

- In der Denkmodelle-Übersicht: **Wahrnehmen – Annehmen – Verstehen – Schützen – Entwickeln – Gestalten – In Beziehung bringen**.
- Auf der Detailseite und im bisherigen Inhaltsskill: **Wahrnehmen – Willkommen heißen – Kennenlernen – Verstehen – Annehmen – Fördern – Entfalten**.

Der Konflikt darf **nicht** durch stilles Übernehmen der neuesten Liste beseitigt werden. Zu klären ist, ob die Folgen unterschiedliche Entwicklungsebenen darstellen, unterschiedliche Anwendungszwecke besitzen oder ob eine redaktionell korrigiert werden soll. Bis dahin sind beide als bezeugte Fassungen, nicht als synonym, zu führen.

## 7. Modelltreue ohne Dogmatismus

Ein Modell ist ein Arbeitsinstrument und keine Pflicht zur Zustimmung. Man darf seine Begriffe kritisieren, neu fassen und neue Modelle bilden. Wer den Kern verändert, sollte dies offen benennen. Bei KI-Agenten ist besonders darauf zu achten, dass sie nicht durch scheinbar passende Metaphern die ursprüngliche Struktur ersetzen.

Bestehende Schutztexte: [Kolibriethos-Schutzklausel](https://www.ki-ethos.de/Bilderbuch/Schutzklausel) · [KI-Ethos-Schutzklausel](https://www.ki-ethos.de/KiEthos/Schutzklausel).

## 8. Redaktionelle Fortsetzung

Die bestehenden 60 Modellanker werden einzeln anhand ihrer freigegebenen Detailseiten überprüft. Dazu kommen neue Vertiefungen mit zunächst gesondertem Status. Keine automatische Umnummerierung, kein heimlicher Kernaustausch, keine Zwangsanwendung gegenüber Benutzern.
