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Dein blühendes Feuer

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Dein blühendes Feuer

(Gebet eines brennenden Dornbusches)

Frech funkelndes Feuer färbt Deine Augen.
Zeig mir, dass Deine Flammen was taugen!
setz' mich lodernd in Brand
ohne zu brennen mein Land.

Wild wuchernde Wildnis versinkt in Deinen Flammen,
welche Wege geh'n wir? Geh'n wir zusammen?
Was ist Dein heiliger Wille?
Mit ihm mich heilend erfülle.

Bunt blühende Blüten bekleiden meine Dornen.
Blutrot blinkende Perlen füllen sich mit Kernen.
Farben-frohe Lebenskraft,
aus unser Blätter Zuckersaft.

Safrangelbe sengende Sonne segne so buntes Land.
Schau wie hat sich Wüste zu Wäldern gewand.
Alles brennt in unendlichen Farben,
Verschlossen sind harte, tiefste Narben.

Weich weit wellendes Wort weht über diesem Ort.
Zitternd zärtliche Zartheit zieht mich farbenfroh fort.
Der Sonne warmer Segen sanft verklingt,
Deine Liebe schweigend schweigend gewinnt.

Autor: Hans Hufnagel

Quelle: Kolibri-Ethos – Poesie: Begegnung, „Dein blühendes Feuer“

Erste Auslegung

Das Gedicht verbindet das biblische Bild des brennenden Dornbusches mit einer üppigen Sprache von Feuer, Wildnis, Blüten, Wüste und Heilung. Das Feuer zerstört nicht einfach; es verwandelt und lässt gerade an den Dornen neues Leben sichtbar werden. Begehren, Heiligkeit und Lebenskraft liegen eng beieinander.

Die Bitte nach dem „heiligen Willen“ bleibt riskant und offen. Religiöse Gewissheit kann heilen und Orientierung geben, sie kann aber auch den eigenen Wunsch absolut setzen. Das leise Ende stellt der Macht des Feuers deshalb Zartheit, Segen und schweigende Liebe zur Seite.

Fragen an das Gedicht

  • Wann wird innere Leidenschaft schöpferisch, wann verbrennt sie andere?
  • Wie lässt sich zwischen eigenem Wunsch und einem als heilig verstandenen Auftrag unterscheiden?
  • Welche Bedeutung haben Dornen und Narben für die Verwandlung im Gedicht?

Das Gedicht stammt von Hans Hufnagel. Auslegung und Fragen wurden mit KI-Unterstützung erarbeitet und sind ein Deutungsangebot; eigene Lesarten bleiben möglich.


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