Weltweite Umweltprobleme
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Umweltprobleme überschreiten Grenzen und Zeiträume. Ihre Folgen sind sehr verschieden: Manche betreffen große Landschaften, andere konzentrierte Lagerorte, Meeresgebiete oder lange technische Verpflichtungen. Die Seite verbindet deshalb Bildimpulse mit einer prüfbaren Sachübersicht und ethischen Fragen.
1. Vom Menschen verursachte radioaktive Belastungen

Radioaktive Altlasten und Großinventare der Erde – unterschiedliche Risikotypen in einer gemeinsamen Übersicht.
Die Karte stellt sehr unterschiedliche Orte nebeneinander: kontaminierte Flächen, frühere Atomtestgebiete, Meeresaltlasten, Zwischenlager, Wiederaufarbeitungs- und Anreicherungsstandorte sowie Untertagealtlasten. Die Markierungen bilden keine einheitliche Rangliste der Gefährlichkeit. Fläche, Aktivität, chemische Gefahr, Freisetzungsrisiko, Zugänglichkeit und Dauer der Verantwortung müssen getrennt betrachtet werden.
Die Zahlen und Kurzangaben sind eine datierte Orientierung mit Stand 22. September 2026. Inventare, Sperrzonen und Sanierungsstände können sich ändern. Für Entscheidungen sind aktuelle Angaben der zuständigen Behörden und Betreiber erforderlich.
| Nr. | Gebiet | Land / Region | Kategorie | Größe / Inventar / Hinweis | Kurzstatus |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Tschernobyl | Ukraine / Belarus | Sperrzone / Reaktorunfall | ca. 4.760 km² Sperrzone | großes entvölkertes Radiogebiet |
| 2 | Fukushima Daiichi | Japan | Sperrzone / Reaktorunfall | heute ca. 300 km², früher deutlich größer | Rückkehr teils möglich |
| 3 | Majak / Kyschtym / EURT / Karatschai | Russland | schwere Kontamination / Wiederaufarbeitung | ca. 20.000 km² Kontaminationsspur | schwere Langzeitbelastung |
| 4 | Semipalatinsk | Kasachstan | sowjetisches Atomtestgelände | ca. 18.500 km² | viele Hotspots, ungleich belastet |
| 5 | Lop Nur | China | Atomtestgelände | über 100.000 km² Testareal | sehr groß, dünn besiedelt |
| 6 | Nowaja Semlja | Russland, Arktis | Atomtestgebiet | ca. 90.000 km² Inselraum | arktische Hotspots und Altlasten |
| 7 | Andrejewa-Bucht / Kola | Russland | Brennelement-Lager | kritische Lagerzone | hoher Altbestand, Marinebezug |
| 8 | Kara-See / arktischer Meeresboden | Russland / Arktischer Ozean | versenkte Reaktoren / Abfälle | Unterwasser-Altlast | schwer kontrollierbares Inventar |
| 9 | Nowouralsk | Russland | UF6 / Anreicherung | großes Tails-Lager | Zylinderlager |
| 10 | Sewersk | Russland | UF6 / Anreicherung | großes Tails-Lager | Zylinderlager |
| 11 | Angarsk | Russland | UF6 / Anreicherung | großes Tails-Lager | Zylinderlager |
| 12 | Selenogorsk | Russland | UF6 und Dekonversion | verarbeitetes DUF6 über 100.000 t | Zylinderlager und Umwandlung |
| 13 | Nevada National Security Site | USA | Atomtestgelände | ca. 3.561 km² | Wüstenhotspots und Altlasten |
| 14 | Hanford | USA | Plutoniumproduktion | ca. 1.518 km² | Tanks, Böden, Grundwasser |
| 15 | Savannah River Site | USA | Waffenkomplex | ca. 800 km² | Reaktoren, Tanks, Altlasten |
| 16 | Sellafield / Irische See | Vereinigtes Königreich | Wiederaufarbeitung und Sedimente | regionale Meeresbelastung | langlebige marine Altlast |
| 17 | Capenhurst | Vereinigtes Königreich | UF6 / Tails Management | große europäische UF6-Bestände | Dekonversion und Langzeitlagerung |
| 18 | Gronau | Deutschland | UF6 / Anreicherung | UAA, großes UF6-Lager | europäischer UF6-Standort |
| 19 | Deutsche CASTOR-Zwischenlager | Deutschland | Hochaktiv-Zwischenlager | über 1.300 CASTOR in Deutschland | hohes Inventar, kleine Fläche |
| 20 | Asse II | Deutschland | Untertagealtlast / Rückholung | 125.787 Gebinde, ca. 47.000 m³ | geologisches Problem, Rückholung |
| 21 | La Hague / Tricastin | Frankreich | Wiederaufarbeitung und UF6 / U3O8 | großer Brennstoffkreislauf-Standort | konzentriertes Inventar |
| 22 | Bikini-Atoll | Marshallinseln | Testatoll / Lagune | ca. 630 km² Lagune, 5,5 km² Land | Fallout und Sedimente |
| 23 | Enewetak / Runit Dome | Marshallinseln | Testatoll und Atommüll | ca. 1.080 km² Lagune | markante Endlagerkuppel |
| 24 | Mururoa / Fangataufa | Französisch-Polynesien | Testatolle / Lagunen | mehrere 100 km² | Lagunen und Testaltlasten |
| 25 | Reggane / In Ekker | Algerien | französische Atomtests | Wüsten- und Berggebiete | historische Altlasten |
| 26 | Maralinga / Montebello | Australien | britische Atomtests | mehrere Testareale | teils saniert, Resthotspots |
| 27 | Jaduguda | Indien | Uranbergbau / Tailings | Bergbauregion | lokale Langzeitbelastung |
| 28 | Goiânia | Brasilien | Cs-137-Unfall | klein, aber extrem | historisch schwerer lokaler Hotspot |
| 29 | Mailuu-Suu | Kirgisistan | Uranhalden / Tailings | Talraum mit Halden | Erosions- und Rutschungsrisiko |
Warum Uranhexafluorid gesondert betrachtet wird
Abgereichertes Uranhexafluorid (UF6) entsteht bei der Urananreicherung. Für eine langfristige Lagerung kann es in das chemisch stabilere Uranoxid U3O8 umgewandelt werden. Dabei entstehen Fluorverbindungen wie Fluorwasserstoff beziehungsweise Flusssäure, die kontrolliert behandelt werden müssen und nach Aufbereitung industriell genutzt werden können. Die pauschale Vorstellung, es bleibe einfach „verseuchtes Fluor“ übrig, wäre daher zu ungenau.
Quellen und Einordnung
- UNSCEAR: Der Unfall von Tschernobyl
- UNSCEAR: Bericht 2020/2021 zu Fukushima Daiichi
- Bundesgesellschaft für Endlagerung: Kurzinformationen zur Asse II
- US Department of Energy: Hanford Field Office
- Urenco: Tails Management und Dekonversion von UF6
- CTBTO: Informationen zu Kernwaffentests und Überwachung
Wikipedia-Links in der Tabelle dienen als schneller Einstieg zu den einzelnen Orten. Für aktuelle Inventare, Messwerte, Genehmigungen und Sanierungsstände sind zuständige Behörden, internationale Fachgremien und Betreiberunterlagen maßgeblich.
2. Artensterben
Das weltweite Artensterben ist kein einzelnes Ereignis, sondern das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender Belastungen: veränderte Lebensräume, direkte Nutzung und Übernutzung, Klimawandel, Verschmutzung sowie invasive Arten. Eine spätere Bilderfolge soll nicht nur Verluste aufzählen, sondern drei ethische Fragen sichtbar machen:
- Welchen Eigenwert gestehen wir nichtmenschlichem Leben zu?
- Wer trägt Verantwortung für Schäden, deren Ursachen und Folgen räumlich und zeitlich weit auseinanderliegen?
- Wie lassen sich Schutz, menschliche Lebensgrundlagen und gerechte Entwicklung gemeinsam denken?
Dieser Abschnitt ist als nächstes Kapitel angelegt. Weitere Bilder und eine quellengeprüfte Sachübersicht werden erst ergänzt, wenn geeignetes Material vorliegt.
Fragen zum Weiterdenken
- Welche Unterschiede zwischen kontaminierter Fläche, konzentriertem Inventar und möglichem Freisetzungsrisiko muss eine faire Bewertung beachten?
- Wer trägt die Kosten und Verantwortung für Altlasten über Generationen hinweg?
- Wie können Informationen über langfristige Risiken verständlich bleiben, ohne zu verharmlosen oder Angst zu verstärken?
Herkunft und Prüfstand
Die Infografik und die zugelieferte Tabelle wurden von Hans Hufnagel mit KI-Unterstützung erstellt beziehungsweise überarbeitet. Die redaktionelle Einordnung und die ergänzten Primärquellen sollen eine kritische Prüfung erleichtern. Zahlen und Kurzbewertungen benötigen vor einer endgültigen Freigabe die fachliche Prüfung durch Hans Hufnagel.
Hinweise zur Übersetzung von Bildtext stehen auf „Bilder in Ihre Sprache übersetzen“.
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